LIFE III / PVClean

EU fördert Projekt „PVClean“ der Vinnolit Energieeinsparung durch neue Membranfiltrationsanlage






Drei nordrhein-westfälische Projekte zum Umweltschutz werden in diesem Jahr von der europäischen Union im Rahmen des Umweltprogramms LIFE + (L’Instrument financier pour l’environment) mit rund 2,7 Millionen Euro gefördert. LIFE + ist das einzige Förderprogramm der EU, das ausschließlich der finanziellen Unterstützung von Umwelt- und Naturschutzvorhaben dient. Ziel dieses Projektes ist die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels und des Rückgangs der biologischen Vielfalt in Europa. Das Projekt „PVClean“ der Vinnolit im Chemiepark Knapsack ist eines der drei förderungswürdigen Projekte.

Mit „PVClean“ wurde ein Projekt gestartet, mit dem das S-PVC-Verfahren am Standort Knapsack weiter optimiert werden soll. Ein Schwerpunkt hierfür ist der Wasserverbrauch sowie der Abwasseranfall des Betriebes. In diesem Zusammenhang wird das anfallende Abwasser künftig mit einer neu entwickelten Membranfiltrationsanlage behandelt. Die Abwassermenge wird durch Rückführung eines aufgearbeiteten, quasi PVC-freien, Abwasserteilstroms in den Polymerisationsprozess deutlich reduziert. Gleichzeitig kann hiermit der Einsatz von Frischwasser im Produktionsprozess deutlich verringert werden.

Die Polymerisation erfolgt diskontinuierlich, in wässriger Phase. Das in der Polymerisation eingesetzte Wasser wird im folgenden Aufarbeitungsprozess wieder abgetrennt und fällt bislang als Abwasserstrom zur Kläranlage an. Dieser Abwasserstrom kann bislang nicht wieder verwendet werden, da er noch PVC in geringer Menge enthält. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei der Rückführung eines unbehandelten Abwasserstroms die hohen Qualitätsanforderungen an unser S-PVC Produkt nicht erfüllt werden können. Bereits wenige Partikel im Ansatzwasser der Polymerisation führen zur deutlichen Beeinträchtigung der Qualität.

Die Idee: Nach Abtrennung von PVC-Partikel aus dem Abwasser kann dieses wieder verwendet werden. Die abgetrennten PVC-Partikel können aufgearbeitet und dem Produktstrom zugegeben werden.

Die Entwicklung: In Vorversuchen im Labor- und Technikumsmaßstab wurde die prinzipielle Machbarkeit nachgewiesen. Die Trennaufgabe wurde mit einer Keramikmembran mit einem Porendurchmesser von 50 Nanometer (1 Nanometer = 0,000001 Millimeter) bewältigt. Damit gelang eine fast vollständige Abtrennung der PVC-Partikel im kontinuierlichen Dauerbetrieb über mehrere Monate. Das gereinigte Wasser wurde gesammelt und in Technikums- sowie Betriebsversuchen wieder in der Polymerisation eingesetzt. Die Beibehaltung unseres hohen Qualitätsstandards für S-PVC wurde nachgewiesen.

Die Umsetzung: Auf Basis der Entwicklungsarbeiten baut die Vinnolit GmbH & Co. KG zurzeit eine Membrananlage im großtechnischen Maßstab. Mit der neuen Technologie wird eine Wasserrückführung von mehr als 200.000 m³/Jahr angestrebt. Die Inbetriebnahme der Anlage ist im 4. Quartal 2007 geplant.

Die Erwartungen: Die Amortisation der hohen Aufwendungen für Entwicklungsarbeiten und für die Investitionen soll durch Einsparungen bei den laufenden Abwasser- und VE-Wasser-Kosten erfolgen.

PVC ist der Kunststoff, der weltweit mengenmäßig an dritter Stelle steht. Das Vinnolit-PVC aus Knapsack wird von den Kunden vielseitig eingesetzt, Haupteinsatzgebiet ist die Weiterverarbeitung zu Profilen, beispielsweise für Fensterrahmen. Mit der erfolgreichen Übertragung in den Produktionsmaßstab wird ein neuer Standard beim S-PVC-Verfahren und damit ein weiterer Baustein zum „Leadership in PVC“ gesetzt.

"Veröffentlichung in den Chemiepark Knapsack internen Presse "Knapsackspiegel" Ausgabe 09/07"