Das aus den Rohstoffen Erdöl und Steinsalz über die Zwischenstufe Vinylchlorid hergestellte PVC ist weltweit mengenmäßig der drittgrößte Kunststoff. Zu rund 70% wird PVC für langlebige Artikel im Baubereich eingesetzt. Rohre werden ebenso aus PVC hergestellt wie Fensterrahmen, Bodenbeläge und Dichtungsbahnen. Aber auch in der Medizin ist PVC ein wichtiges Material, zum Beispiel bestehen Infusions- und Blutbeutel oder Tablettenverpackungen aus PVC. Nicht zu vergessen sind Ummantelungen von Elektrokabeln, Unterbodenschutz bei Autos, Bälle und Puppen, Förderbänder und Planen. In Europa ist Deutschland der größte PVC-Verbraucher, gefolgt von Italien, Frankreich und Großbritannien. Weltweit wird bis zum Jahr 2012 mit einem durchschnittlichen Verbrauchswachstum von 5% gerechnet.
PVC besteht zu ca. 57% aus Chlor, das durch Elektrolyse aus dem praktisch unbegrenzt vorhandenen Steinsalz gewonnen wird. Chlor verleiht dem thermoplastischen Kunststoff PVC besondere Eigenschaften. PVC ist schwer entflammbar, ungiftig, beständig gegen Laugen und Säuren und gegen viele organische Lösungsmittel. 70% des PVCs geht in Hartanwendungen, durch den Zusatz von Weichmachern kann es biegsam und elastisch eingestellt werden. Durch die Rohstoffkomponente Salz verbraucht PVC vergleichsweise wenig nicht erneuerbare fossile Rohstoffe bei der Herstellung: ein Vorteil sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten.