7.3.2003

Vintron-/Vinnolit-Belegschaft protestiert gegen Stromsteuern

Rund 50 Beschäftigte der Firmen Vintron und Vinnolit aus dem Chemiepark Knapsack haben am 7. März 2003 in Essen gemeinsam mit rund 4.000 Arbeitnehmern und Arbeitgebern aus der Chlor-Elektrolyse- und der Aluminiumindustrie gegen die Folgen der Bundesgesetzgebung zum Stromverbrauch protestiert. Beide Branchen sind mit ihren stromintensiven Produktionen besonders von den Folgen der rot-grünen Energiegesetzgebung betroffen.
Die 4.000 Demonstranten forderten von der Bundesregierung eine Härtefallregelung für stromintensive Betriebe nach dem Vorbild Englands. Die dortigen Betriebe sind komplett von der Stromsteuer befreit. Die derzeitige Ungleichbehandlung führt in Europa zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen. Durch die Gesetzgebung ist die Belastung der deutschen Elektrolyse-Unternehmen im Schnitt um 20 Prozent höher als im europäischen Durchschnitt. Damit sind die betroffenen Unternehmen akut in ihrer Existenz bedroht. Die ersten Unternehmen denken bereits über Schließung ihrer Produktionen nach.


Hintergrund

Vintron stellt in Knapsack mittels Elektrolyse aus in Wasser gelöstem Steinsalz durch Reaktion mit Strom die Grundstoffe Chlor und Natronlauge her. Chlor ist der wichtigste Rohstoff in Knapsack, der in vielen Folgeprodukten weiterverarbeitet wird. Rund 140 Millionen Euro haben Vintron, Vinnolit und der amerikanische Finanzdienstleister Advent in den letzten drei Jahren in Knapsack investiert, um die Chlorindustrie am Standort auf Weltniveau zu heben. "Die derzeitigen Kostensteigerungen durch Strom, die fast ausschließlich politisch zu verantworten sind, sind unser Untergang", sagt Dr. Hermann Berwe, Geschäftsführer der Vintron im Chemiepark Knapsack, und "wenn es in Knapsack keine Chlorchemie mehr gibt, werden auch alle anderen Firmen am Standort Probleme bekommen."

Das "Erneuerbare Energiengesetz" (EEG), das "Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz" (KWK) und die "Ökosteuer" haben die Stromkosten allein für Vintron um 5,5 Millionen Euro jährlich steigen lassen - und das, obwohl die Vintron-Anlagen nagelneu sind und deutlich effektiver arbeiten, als in den neunziger Jahren.
Jeder Vintron-Mitarbeiter am Standort Knapsack muss pro Jahr rund 17.000 Euro erwirtschaften, die an die Produzenten von erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Wasser) abgeführt werden. Zum Vergleich: Ein vierköpfiger privater Haushalt muss etwa 8 Euro jährlich zusätzlich aufbringen. "Wir haben nichts gegen Wind- und Solarenergie, aber wir wollen auch leben", so Berwe.
Im Jahr 2002 sind bundesweit insgesamt 1,6 Milliarden Euro allein an Ausgleichszahlungen im Rahmen des EEG an die Hersteller von Strom aus erneuerbaren Energien geflossen. Rund 100 Millionen Euro davon mussten Aluminiumhersteller und Elektrolysebetreiber aufbringen. Falls die beiden Branchen befreit würden, entspräche das einer Mehrbelastung für jeden deutschen Haushalt von einem halben Euro. Sollten sie nicht befreit werden, wären rund 7.000 Arbeitsplätze direkt und über 200.000 indirekt in der Zulieferindustrie in Gefahr.
02/2003


Redaktionskontakt:Dr. Hermann Berwe,
Vintron GmbH, Chemiepark Knapsack, D-50354 Hürth
Tel.: 02233 - 48- 6296, Fax: -6448, E-Mail: berwe@vintron.de
 
Dr. Oliver Mieden, Environmental Affairs / Corporate Communications
Vinnolit GmbH & Co. KG, Carl-Zeiss-Ring 25, D-85737 Ismaning
Tel.: 089 - 96103-208, Fax: -109, E-Mail: oliver.mieden@vinnolit.com



Vinnolit GmbH & Co. KG

Vinnolit ist - mit einer Kapazität von 650.000 Jahrestonnen - der führende PVC-Hersteller in Deutschland, einer der bedeutendsten in Europa und weltweit unter den Top 10 der Branche. Die nationalen und internationalen Aktivitäten des Unternehmens werden aus Ismaning bei München gesteuert. Produktionsstandorte sind in Burghausen, Gendorf, Knapsack und Köln. Der Umsatz 2001 der Vinnolit-Gruppe beträgt 568 Mio. €. Geschäftsführer sind Dr. Josef Ertl und Hans-Jürgen Zippel.
Die Vinnolit-Gruppe beschäftigt 1.600 Mitarbeiter einschließlich der Tochtergesellschaften Vintron GmbH und Vinnolit Technologie GmbH & Co. KG (VinTec).

Vinnolit produziert und vermarktet ein breit gefächertes PVC-Produktsortiment, das alle gängigen PVC-Anwendungen abdeckt, z. B. im Bausektor, in der Automobilindustrie oder in der Medizintechnik. Ob PVC für Fensterprofile, Hartfolien, technische Beschichtungen, Kfz-Unterbodenschutz oder Infusionsbeutel, für alle Produktanforderungen verfügt Vinnolit über die geeigneten Produktionsverfahren. Auf dem Gebiet der PVC-Spezialitäten für höherwertige Anwendungen ist das Unternehmen weltweit Markt- und Technologieführer.
www.vinnolit.de

Vintron GmbH
Vintron, ein 100 %-iges Tochterunternehmen der Vinnolit GmbH & Co. KG, beschäftigt etwa 270 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 191 Mio. € (2001) und hat ihren Sitz in Hürth-Knapsack bei Köln. Das Unternehmen stellt verschiedene Ausgangsstoffe her, die für die Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie, aber auch in anderen Branchen benötigt werden. Zu diesen Produkten gehören Chlor, Natronlauge, Wasserstoff, Dichlorethan und Vinylchlorid. Geschäftsführer sind Dr. Hermann Berwe und Dr. Michael Winhold.

www.vintron.de