16.10.2013

K 2013: Podiumsdiskussion "Ressourcen und Rohstoffe"

... so lautete die Kernfrage der Podiumsdiskussion "Ressourcen und Rohstoffe" am 16.10. auf der Kunststoffmesse in Düsseldorf, angesichts globaler Megatrends, wie einer beschleunigten Globalisierung und zunehmenden Verstädterung.

Vinnolit-Geschäftsführer Dr. Josef Ertl legte in seiner Funktion als Vorsitzender von PlasticsEurope Deutschland die Position der Kunststoffindustrie dar: "Ohne Kunststoff ist eine nachhaltige Entwicklung, die die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig bewahrt und ein hohes Wohlstandsniveau mit sozialer Teilhabe für viele Menschen ermöglicht, nicht realisierbar", und ergänzt: "Wir werden unsere ehrgeizigen Klimaziele nur mit einer starken Kunststoffindustrie erreichen können. Denn Kunststoff ist der Werkstoff der Energieeffizienz, er gestattet es in einer Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen ein Vielfaches dessen an Energie einzusparen, was zu seiner Herstellung und Verarbeitung erforderlich ist". Beispiele dafür gibt es genug, denken wir an Kunststoff zur effizienten Dämmung von Gebäuden, an energiesparende PVC-Fenstersysteme, an leichte, leistungsfähige Verpackungen, effiziente, sparsame Autos in Leichtbauweise und modernste Flugzeuge mit bis zu 50 Prozent Faserverbund. In der Nutzungsphase erweisen sich Kunststoffe zudem als pflegeleicht und erfordern meist einen geringeren Erhaltungsaufwand als Alternativen, z.B. bei Fenstersystemen, Rohren oder Fußböden. Und nach Ablauf des Produktlebens sind sie wieder verwertbar.

Doch auch die "Schattenseiten" des Erfolgs von Kunststoff wurden angesprochen, wie die Aufkonzentration von Kunststoffabfällen in den Meeren aufgrund von "Marine Littering". Auch hier positioniert sich die Kunststoffindustrie ganz eindeutig: "Kunststoff ist zum Wegwerfen zu schade". Die weit verbreitete "Wegwerfmentalität" ist unabhängig vom Werkstoff. Eine grundlegende Voraussetzung zur Vermeidung von Marine Litter bleibt die Schärfung des gesellschaftlichen Bewusstseins für den Schutz der Umwelt und den Wert von Abfall als Ressource, im Zusammenspiel mit einem effizienten Abfallmanagement. Hier fordert die Kunststoffindustrie ein europaweites Deponieverbot für Kunststoffabfälle bis 2020. Die Art der Verwertung selbst sollte sich dann an Nachhaltigkeitskriterien orientieren, d.h. neben der Umweltverträglichkeit auch wirtschaftliche und soziale Aspekte mit einbeziehen.




Diskutierten auf der K über das Thema "Ressourcen und Rohstoffe": Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer PlasticsEurope Deutschland; Dr. Josef Ertl, Vinnolit-Geschäftsführer und Vorsitzender PlasticsEurope Deutschland; Moderator Dr. Hartmut Pflaum, Fraunhofer-Institut UMSICHT; Dr. Dr. Dietmar Wechsler, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ministerialrätin Andrea Jünemann, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (v.l.n.r.) (Foto: PlasticsEurope Deutschland)